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Eines der großen Themen von Menschen, mit Missbrauchs- und/oder Gewalt-Erfahrungen, ist die Selbstliebe und der Selbstwert.

Vorab darfst du eines verstehen: Selbstliebe und Selbstwert haben nichts damit zu tun, was dir widerfahren ist. Niemand kann dir das eine oder das andere wegnehmen. Niemand ist in der Lage, dir deinen Wert zu nehmen, die Selbstachtung oder gar die Liebe.

Solltest du glauben, ein Selbstwert- oder Selbstliebe-Problem zu haben, kann ich dir heute klar und mit absoluter Überzeugung sagen, ohne dich jemals gesehen zu haben: „Nein, hast du nicht“.
Es sind einfach nur Gedanken, die du dazu hast. Annahmen, dass es so ist, wie du denkst.
Es ist gar nicht möglich, dir etwas wegzunehmen, was nicht greifbar ist.

Die Energie deines Wertes, dein inneres Leuchten, das Gefühl deiner Liebe für dich selbst, lebt in dir bzw. wird in dir erschaffen. Diese Kraft ist in dir und wirkt durch dich hindurch. Wie sollte so etwas von jemand anderem entfernt werden oder durch äußere Umstände ausgelöscht werden können?

Warum glauben dann so viele, dass sie keine Liebe für sich selbst haben (können) und ihr Selbstwert gestört sein muss?

Weil so viele andere es ihnen glauben gemacht haben.

„Die anderen“ machen das zum Großteil nicht aus böser Absicht. (von denen, die es ganz bewusst tun, wird einmal ein anderer Blogpost handeln) Sie agieren einfach automatisch und unbewusst.

Teile unseres Gehirns sind immer noch steinzeitlich. Die Art und Weise wie sie reagieren, ist auch heute noch darauf ausgerichtet, einfach primitiv zu überleben. Flüchten, Kämpfen, Verstecken. Schnell entscheiden. Im Bruchteil einer Sekunde. Du kennst das, wenn du in eine brenzliche Situation kommst: Instinktiv reagierst du, reißt das Lenkrad rum, fängst das Handy auf, hältst das kleine Kind fest…

Wir reagieren in Lebensgefahr grundsätzlich auf Autopilot. Stress erzeugt höchste Konzentration und die Ausschüttung von unzähligen Botenstoffen. Meist sind wir hinterher überrascht, wie es uns möglich war, so schnell und geistesgegenwärtig das Richtige zu tun. Wichtig ist dabei aber auch – für den Körper, den ganzen Organismus und auch das Überleben in dieser Situation – möglichst schnell wieder in eine normale Atmung und eine halbwegs gelassene Reaktionsfähigkeit zurückzufinden. Würde nämlich der Panikmodus länger anhalten, wäre ein Überleben auch nicht möglich. Man würde nach dem Lenkrad-Rumreißen gegen einen Baum fahren, beim Handy-Auffangen selbst stolpern, einen Herzinfarkt bekommen usw.

In Extremsituationen, egal ob wir sie selbst erleben oder sie uns erzählt werden, reagiert unser Gehirn blitzschnell und kreiert…

erhöhte Konzentration
schnelle Reaktion/Lösung
baldige Entlastung

Hören wir also etwas, was in uns extremen Stress auslöst, springt der Autopilot an und hat eine Meinung. Ganz schnell wollen wir die Situation bewerten, um sie dann einzusortieren, zu entschärfen, zu neutralisieren oder den Schmerz zu mildern.
Wir haben zu praktisch allem und jeder Begebenheit eine Information und Reaktion gespeichert, die dann sagt: „Achtung, das ist nicht gut, da müssen wir jetzt rennen, verharren, kämpfen.“ Oder diese Programmierung sagt: „Das ist unheilbar, das ist unüberwindbar, giftig, schlecht, das ist gut, so verhält man sich richtig, das macht man nicht!“ Häufig wird ausgesprochen, ohne diesen ersten Impuls zu hinterfragen, was die Programmierung „sagt“.

Ganz automatisch. Um schnell zu reagieren. Weil Gefahr droht. Um unser System zu beruhigen. 

Erfährt nun jemand, dass dir etwas „Schlimmes“ passiert ist, läuft bei diesem Menschen sein abgespeichertes Programm ab.

Drama / Aktionismus

Dein Zuhörer denkt beispielsweise, ohne wirklich bewusst zu denken, dass du jetzt verloren, verzweifelt, unheilbar krank oder nie wieder froh werden wirst. Er wird in den meisten Fällen sein Mitgefühl ausdrücken, seine Besorgnis, sein Bedauern. Oder auch das, was er über sich selbst denkt. Nämlich, wie er sich in deiner Situation, mit deiner Geschichte, fühlen würde. Je extremer deine Schilderungen, desto heftiger wird seine Reaktion ausfallen. Seine Panik wird er dir nicht nur durch Worte spiegeln, du wirst sie auch fühlen.

  • Oh Gott, wie furchtbar!
  • Was willst du denn jetzt nur machen?
  • Wir müssen sofort etwas tun, lass mich nachsehen….
  • Das erinnert mich an… (Horrorgeschichte folgt)
  • So etwas kann man nie überwinden!

Negieren 

Natürlich gibt es auch die andere Art zu reagieren, indem alles als belanglos und „nicht so schlimm“ abgetan wird. Auch dieses Phänomen trifft Menschen mit Missbrauchs- oder anderen Gewalterfahrungen. Besonders Erwachsene im Gespräch mit Kindern neigen dazu, Situationen unbewusst zu relativieren, mit:

  • Ach schau, das ist gar nicht so schlimm
  • Einmal pusten und dann geht das schon wieder
  • Das hast du dir bestimmt nur eingebildet
  • Er/sie hatte halt auch eine echt schwere Kindheit
  • Das hat er wahrscheinlich gar nicht so gemeint
  • Sie hat einfach nur viel Stress und verhält sich deshalb gerade so

Wir tun das alle – egal ob als Mütter, Väter, Freundinnen, Freunde. Oft nicht mit böser Absicht. Wir wollen damit eigentlich nur Gutes bewirken, beruhigen und entdramatisieren.

Schockstarre

Zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch die totale Nichtreaktion. Das Gar-Nicht-Hören-Wollen, Übergehen und Sofort-Wieder-Vergessen. Sehr häufig erleben Opfer von Gewalt und Missbrauch diese „spontane Amnesie“ bei ihrem Gegenüber. Im Grunde entspricht das Drama der vollen Konzentration von weiter oben. Das Negieren ist der Versuch einer schnellen Lösung und zugleich der baldigen Entlastung. Im Grunde ist jede einzelne eine Kombination aus Freeze-Fright-Fight und auch in sich selbst tauchen sie kombiniert auf.
Gerade die Amnesie folgt oft zeitversetzt auf eine andere Reaktion und entspricht damit auch oft der oben genannten baldigen Entlastung des Systems. Da es meist in solchen Fällen keine, für den Verstand zufriedenstellende Lösung und Erklärung gibt, bleibt nur das Vergessen. Das hast du vermutlich auch schon mal erlebt.
Nicht nur bei Verbrechen, auch bei Krankheit und Tod reagieren Außenstehende oft so. Du vermutlich auch.

In manchen Coaching-Ansätzen ist das Ignorieren dessen, was war oder was der Coachee sagt, eine Methode.
So in der Art: „Wie lange willst du dir diese Geschichte noch erzählen? Was, wenn das, was war, gar nicht wichtig ist?“
Prinzipiell ist diese Herangehensweise lösungsorientiert und nicht falsch. Es ist tatsächlich jederzeit möglich, seine Geschichte umzuschreiben. Es ist aber eine Frage des Bewusstseins.  Gehen wir davon aus, dass alles einen Sinn hat und wir unser Leben selbst kreieren, dann hat auch der erfahrende Schmerz einen Sinn gehabt. Lasse ich ungeachtet, was mich so lange beschäftigt, gequält und aufgewühlt hat, kann das dann wirklich im Sinne meiner eigenen Kreation und liebevoll mir selbst gegenüber sein? Ich glaube nicht. Vermutlich bringe ich mich damit sogar noch mehr in die Rolle des Ohnmächtigen.

Heutzutage will keiner Opfer, sondern Macher sein. In eine r Zeit, in der wir ganz offiziell „werden können, was wir wollen“ und alles nur eine Frage der Strebsamkeit ist, ist „Opfer“ sogar ein Schimpfwort geworden. Schon gar nicht wollen die als Opfer tituliert werden, die wirklich welche sind oder waren.

Genau dieses Leugnen der Wahrheit verhindert aber die wirkliche Transformation. Alles, was man überlebt hat, hat Potenziale kreiert oder freigesetzt. Du kannst den selben Zustand PTBS oder Kurz-vor-der-Erleuchtung nennen – es ist nur eine Frage der Betrachtung.
Wenn du aber selbst nicht wertschätzen und anerkennen kannst, was du Übermenschliches geschafft hast, kannst du diese übermenschlichen Ressourcen auch nicht für deinen weiteren Weg nutzen. (Und du wirst natürlich auch oft Menschen treffen, die dich ebenfalls nicht wertschätzen können) Du kannst dann den erfahrenen Schatten nicht in Licht transformieren.
Du kannst kein Schöpfer werden, denn aus welcher Tiefe solltest du dann schöpfen, wenn du diese verleugnest?

Das unerkannte Nichts, das Unbewusste, kennt keine Metamorphose.

Bei Menschen mit entsprechender Erfahrung und die noch am Anfang ihrer Bewusstseins-Reise sind, kann eine solche Methode wirklich schädlich sein. Wenn wichtige Bezugspersonen einfach nicht hingehört haben oder eine traumatische Erfahrung als total belanglos abgetan haben (übrigens auch in „erwachsenen“ narzisstischen Beziehungen häufig anzutreffen), oder sie selbst das Erlebte und damit ihren eigenen Schmerz bisher nicht anerkennen konnten, kann so eine Wiederholung durch einen Coach, der in diesem Fall einer Autoritätsperson gleich kommt, in höchstem Maße re-traumatisierend und damit absolut kontraproduktiv sein. Was es da bräuchte wäre Anerkennung für das was war, Raum halten für das, was ist und Liebe für das, was kommt.

Wirklich spannend ist das Phänomen der Amnesie in diesem Kontext. Sagt man doch eigentlich den Opfern nach, dass viele von ihnen alles vergessen, oder keine Worte finden würden. Ganz häufig waren es aber ursprünglich die Reaktionen der anderen, die sich so aus der Verantwortung stehlen wollten.

Aber zurück zum eigentlichen Thema…

In meiner Welt triffst du keinen einzigen Menschen zufällig.

Deshalb ist das hier auch keine Schuldzuweisung an „die anderen“, genauso wenig wie eine Entschuldigung. Du hast alles mit-kreiert und jetzt darfst du neu entscheiden, ob du die Meinungen der anderen weiter glauben möchtest, oder nicht.

Du als „verletzter Mensch“ warst und bist nur besonders empfänglich dafür, die Meinungen deines Umfelds zu übernehmen, ohne es zu bemerken. Du bist daher in noch größerem Maße davon abhängig, wie bewusst die Menschen um dich herum sind und vor allem waren.

Auch du hast selbst bereits andere mit deinen Annahmen über eine Situation oder Begebenheit verwirrt, statt mitfühlend und dienlich zu sein. Wir alle tun das. Jeder von uns ist auch immer mal wieder „die anderen“. Als Kind war dir dabei nicht möglich, dein Umfeld entsprechend auszuwählen. Du konntest nicht entscheiden, wem du zuhören wolltest und wem nicht. Du warst auch angewiesen auf Hilfe und Mitgefühl. Selbst wenn du nicht bekommen hast, was du gebraucht hättest, hast du versucht, es zu kriegen. Weil du darauf angewiesen warst. Heute darfst du dich trauen, Annahmen von anderen zu hinterfragen. Du darfst dich bewusst abgrenzen und vor allem darfst du die alten, übergestülpten Denkweisen loslassen.

Wie wäre es nun richtiger? Könnte man etwas anders machen?

Hier geht es ja in erster Linie um dich. Die Menschen um uns herum können wir nicht ändern (wir können nur ändern, ob wir mit ihnen sind). Wir können es aber selbst besser machen, sollten wir Ansprechpartner in einer Ausnahmesituation sein. Auch hilft es dir vielleicht, zu verstehen, wonach du dich vermutlich gesehnt hast oder immer noch sehnst.

Gewahrsein.
Stille.
Da. Sein.
Den Raum halten. 

Wäre deine Bezugsperson, dein Ansprechpartner schweigend bei dir gewesen, wäre das vermutlich das Größte (gewesen).
Verwechsle dabei Schweigen nicht mit der oben beschriebenen Schockstarre des Sprachlos-Seins und Nicht-Hören-Wollens. Das ist etwas ganz anderes. Echtes Schweigen bedeutet absolute Präsenz. Im Wort Schweigen steckt „eigen“ drin. 
Es wird manchmal als Gleichgültigkeit interpretiert, was fälschlicherweise als uninteressiert gilt. Wenn du schon einmal einem Menschen begegnet bist, der wahrhaft schweigen konnte, wirst du wissen, dass das etwas ganz anderes ist, als wenn Menschen nicht hören wollen oder es ihnen die Sprache verschlagen hat. Gleichgültigkeit bedeutet ja auch nur, dass etwas gleich-gültig ist, also neutral gehalten und ausgewogen ist.

Schweigen ist nicht Agieren im Autopilot. Es ist die höchste Bewusstseinsstufe.
Eine unangenehme, tief traurige und erst mal ausweglose Situation zu ertragen und bewusst da zu bleiben, ist wahre Größe. Es drückt Stärke aus, die über die irdische Kraft hinausragt. Für jemanden da zu sein, ganz in diesem schwierigen Moment zu bleiben, den ich nicht ändern kann, aber zugleich dem anderen seine eigene Größe trotz des schlimmsten Zusammenbruchs zuzutrauen, das ist Liebe.

Schweigen ist die Bejahung auf die Frage. „Kann ich bei mir bleiben und damit ganz beim anderen sein?“

Die meisten Menschen können das nicht. Meist sagen sie irgendetwas, damit etwas gesagt ist. Sie bewerten die Situation und „ringen nach Worten“.

Meine Oma pflegte den Satz zu sagen: „Hauptsache, dass was g’redt is!“ Hauptsache, man sagt irgendwas. 

Wie schon geschrieben: Die meisten können nicht Nichts sagen.
Ich habe so viele Erlebnisse gehabt, wo Menschen entweder ins Drama gestürzt oder in die totale Ablehnung gegangen sind, damit ihre eigene Energie nicht herabsinkt oder sie sind „weggerannt“, um nicht in ihren eigenen Spiegel blicken zu müssen.

Wir neigen alle dazu, verschiedenste Lösungsideen zu präsentieren, die aber in dem Moment des Fühlens gar nicht wichtig sind.
Schweigen wäre dem Fühlen so viel näher, dem Mitfühlen. Trost spenden und zugleich Anteil nehmen – darum geht es eigentlich. Aber statt die Stille auszuhalten, die Gleich-Gültigkeit wahrzunehmen und den Raum zu halten, sagen Menschen oft etwas, damit etwas gesagt ist. Denn irgendwie darf nicht sein, was gerade ist.

Das gilt für ganz normale Situationen und Gespräche.
Viel extremer wird der Automatismus irgendwas zu sagen, zu werten, zu erklären, offiziell verzweifelt zu sein, wenn wir Zeuge eines Verbrechens werden, davon hören oder jemanden kennen, dem etwas passiert ist, was für uns den gesamten Status Quo der Menschheit in Frage stellt und/oder die Kapazitäten unserer eigenen System-Regulierung übersteigt.

Wir reflektieren:

1) Du als „Opfer“ warst besonders gefährdet dafür, die Meinungen von anderen zu übernehmen, weil dein ganzes System im Schockmodus war. Du brauchtest Hilfe von außen und warst mutig genug, zu versuchen, sie dir zu holen. Diese Hilfe dann zu überprüfen, auf Wahrheits- und Sinngehalt, ist in dieser Lage praktisch unmöglich.

2)  Trauma erzeugt immer eine Form von Hochsensibilität. Die Grenzen sind aufgerissen und das bisherige Ich existiert nicht mehr.
In dieser Situation funktionieren Filter nicht mehr gut, Grenzen wurden gesprengt und alles wird wie unter einem Vergrößerungsglas bzw. mit Lautsprecher wahrgenommen.

3) Eine solche Situation bringt auch bei deinem Gegenüber zum Vorschein, wie bewusst, reflektiert und stabil er ist.
Die meisten Menschen können auf Drama nicht ohne Wertung und ganz im Gewahrsein reagieren, weil es sie selbst triggert.

Bedeutet leider für dich: Dreifache Herausforderung und eine absolute Überforderung für dein System.

Studien zum Thema sexueller Missbrauch belegen, dass ein Missbrauch gut verarbeitet werden kann, wenn das Umfeld dem Opfer glaubt und Maßnahmen eingeleitet werden. Egal ob der Täter verurteilt wird oder nicht, der entscheidende Punkt ist das Umfeld. So werden Taten von Tätern außerhalb der Familie deutlich besser verarbeitet, als Taten im engsten Familienkontext.
Leider belegen aber ebenfalls Studien, dass die meisten Täter direkte Verwandte oder Bezugspersonen

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Wir leben in einer Zeit, in der es für alles und jeden Definitionen, Einschätzungen und Denkweisen gibt, die ein Großteil der Menschheit nicht-hinterfragend einfach übernimmt. Je nachdem, welcher politischen Couleur man angehört, oder wie der Zeitgeist gerade geistert, ist das dann mal so oder so.

Ich habe es selbst so oft erlebt: Immer wieder wurde mir aberkannt, mich gerne zu haben. Das hat mich oft zweifeln lassen, ob das wirklich sein kann. Ob es vielleicht wirklich so ist, dass ich keinerlei Wert mehr für mich selbst haben könnte. Dass ich ein Problem mit mir haben könnte. Immer wieder begegnete ich Menschen, die meinten, besser zu wissen, wie ich mich selbst wahrnehme.

Meist waren das Menschen, die selbst ein großes Problem mit ihrem eigenen Wert hatten und dieses Thema auf mich übertrugen. Ein Mensch, der „so schreckliche Dinge erlebt hat“ kann doch unmöglich noch ganz sein, der kann doch unmöglich sich selbst lieber mögen, als ich das bei mir selbst kann. Dieser Mensch kann doch unmöglich mehr Mut haben, als ich…Da kann irgendwas nicht stimmen“

Schon in meiner Teenagerzeit hatte ich in meinem Internats-Zimmer ein Zitat von Seneca an der Wand. Ich wurde damals öfter von einer Mädchengang bedroht, die mich als Provokation empfand. Bis heute weiß ich nicht wirklich, warum. Aber vermutlich hatte ich das Zitat zwar unbewusst, aber nicht grundlos aufgehängt.

Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.

SENECA

Für einen relativ großen Teil der Menschen ist die Suche nach der Liebe zu sich selbst, eine never ending love story. Und meistens eine ohne happy end.

Du musst nur an einem gewöhnlichen Montag morgen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Wie viele Menschen sehen da wirklich glücklich aus? Mit sich und ihrem Leben zufrieden? Wie viele interagieren mit anderen durch Blickkontakt?

Sie kennen sich selbst nicht, sie fühlen sich selbst nicht und sie machen ihren eigenen Wert davon abhängig, was andere über sie denken, wie viel Geld sie verdienen, welchen Job sie machen, wie viel Gutes sie tun, wie gesund sie sich ernähren, wie ambitioniert sie die Umwelt retten, wie viele verrückte Dinge sie erleben, wie viele Menschen, Auszeichnungen oder Preise sie sammeln oder wie „wohlerzogen“ ihre Kinder sind.

Das alles kann aber nicht Liebe definieren. Weil Liebe nicht definierbar ist. Sobald sie an irgendetwas geknüpft ist, ist sie nicht mehr da…

Viele Dinge, Begebenheiten und Verhaltensweisen werden in diesem Zusammenhang falsch interpretiert.

Jetzt dürfen wir erst mal über das Thema Interpretation nachdenken. Alle Gedanken, die wir uns über andere machen, sagen in erster Linie etwas aus, über: Uns selbst. Wenn dir also jemand sagt, dass du keinen Selbstwert oder kein Selbstbewusstsein hast, scheint es diese Person in irgendeiner Weise selbst zu beschäftigen.

Ich erzähle dir in diesem Zusammenhang eine kleine Geschichte:
Anna und Eva sind im Urlaub und gehen an den Strand.
Ein Mann spricht sie an und möchte von Anna die Telefonnummer.
Eva steht schweigend daneben.

Was denkst du?
Wie fühlt sich nun Eva?
Was denkt Eva?
Hat Anna ein schlechtes Gewissen, dass der Mann sie um ihre Telefonnummer bat und Eva nicht?

Vermutlich interpretierst du die Geschichte komplett unterschiedlich, je nachdem, ob du Single, frisch verliebt, glücklich verheiratet, oder selbst vor kurzem betrogen wurdest. Wenn ich dir nun sagen würde, dass Eva und Anna 80 Jahre alt sind und der Mann erst 20… wie würdest du dann diese Situation bewerten? Würdest du dann noch davon ausgehen, dass irgendwer eifersüchtig sein könnte?

Wenn du jetzt glaubst: „Vielleicht bin ich ja einer dieser Menschen, die davor schon keine hatten.“ kann ich dich auch beruhigen. Nein. Denn wärst du nicht dieser leuchtende, wundervol

Was ist mit denen, die wirklich keine Liebe empfinden können?

Für einen relativ großen Teil der Menschen ist die Suche nach der Liebe zu sich selbst, eine never ending Story. Und meistens eine ohne Happy End.

Sie kennen sich selbst nicht, sie fühlen sich selbst nicht und sie machen ihren eigenen Wert davon abhängig, was andere über sie denken, wie viel Geld sie verdienen, welchen Job sie machen, wie viel Gutes sie tun, wie gesund sie sich ernähren, wie ambitioniert sie die Umwelt retten, wie viele verrückte Dinge sie erleben, wie viele Menschen, Auszeichnungen oder Preise sie sammeln oder wie „wohlerzogen“ ihre Kinder sind.

Das alles kann aber nicht Liebe definieren. Weil Liebe nicht definierbar ist. Sobald sie an irgendetwas geknüpft ist, ist sie nicht mehr da…

Viele Dinge, Begebenheiten und Verhaltensweisen werden in diesem Zusammenhang falsch interpretiert.

Jetzt dürfen wir erst mal über das Thema Interpretation nachdenken. Alle Gedanken, die wir uns über andere machen, sagen in erster Linie etwas aus, über: Uns selbst. Wenn dir also jemand sagt, dass du keinen Selbstwert oder kein Selbstbewusstsein hast, scheint es diese Person in irgendeiner Weise selbst zu beschäftigen.

Ich erzähle dir in diesem Zusammenhang eine kleine Geschichte:
Anna und Eva sind im Urlaub und gehen an den Strand.
Ein Mann spricht sie an und möchte von Anna die Telefonnummer.
Eva steht schweigend daneben.

Was denkst du?
Wie fühlt sich nun Eva?
Was denkt Eva?
Hat Anna ein schlechtes Gewissen, dass der Mann sie um ihre Telefonnummer bat und Eva nicht?

Vermutlich interpretierst du die Geschichte komplett unterschiedlich, je nachdem, ob du Single, frisch verliebt, glücklich verheiratet, oder selbst vor kurzem betrogen wurdest. Wenn ich dir nun sagen würde, dass Eva und Anna 80 Jahre alt sind und der Mann erst 20… wie würdest du dann diese Situation bewerten? Würdest du dann noch davon ausgehen, dass irgendwer eifersüchtig sein könnte?

Wenn du jetzt glaubst: „Vielleicht bin ich ja einer dieser Menschen, die davor schon keine hatten.“ kann ich dich auch beruhigen. Nein. Denn wärst du nicht dieser leuchtende, wundervol

Was, wenn ich doch ein Narzisst bin? Empathielos für andere und lieblos mir selbst gegenüber?

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Nela

ist Coach, Designerin und Entwicklerin der Metagraphie.